Spuren in Loitz

Die kleine Stadt Loitz liegt in Vorpommern an der Peene. Sie gehört zum Kreis Demmin. Viele Informationen über Loitz und auch eine Landkarte finden Sie unter www.loitz.de

 

Im Jahr 2004 feierte Loitz 50 Jahre nach ihrem Todestag ein großes Fest zu Brigittes Ehren (siehe links "Loitz 2004").

Vor der Diesterweg-Schule, Wilhelm-Irrgang-Weg 1, wurde diese „Gedenk-Kugel“ zu Ehren von Brigitte Irrgang aufgestellt.

Loitz möchte sich der kleinen Mitbürgerin und Märtyrerin erinnern. Die Loitzer möchten ihr begegnen und etwas von ihrer frohen, warmen und klaren Ausstrahlung erfahren.

Kein Kriegerdenkmal, kein Grabstein (der steht ja schon auf dem Kampfriedhof), sondern ein Ort, der zum Verweilen und Nachsinnen einlädt. Ein Ort am Übergang von der Schule zur Stadt – über eine kleine Brücke, durch die Mauern der Stadt (Stadtmauer).

 

Nicht am Tatort selbst (einige Meter näher am Schulgebäude), der vor allem das grausame Verbrechen ins Gedächtnis und die Phantasie riefe, befindet sich das Denkmal;

sondern in der Nähe all jener Orte, wo Brigitte mit ihrer Familie wohnte, wo sie in die Schule ging, wo sie nachmittags spielte und wo sie dann ihr Leben lassen musste.

 

Gestockte und anpolierte Kugel aus Halmstad-Granit. Farbe rötlich anthrazit. Durchmesser 110 cm.

Die Kugel steht in der Mitte eines mit kleinen Pflastersteinen verlegten Kreuzes. Das Kreuz ist in Rot, der Farbe des vergossenen Blutes, gehalten. Die Balken haben eine Breite von 110 cm, die Querbalken sind kürzer als die Längsbalken. So wird der Blick des Betrachters über den Längsbalken auf die Vierung gelenkt, auf der sich die Kugel erhebt.

 

Die Granitkugel ist in Richtung Sonne angeschnitten. Dort wird eine in die Granitkugel gleichsam eingebettete kleinere Kristallkugel sichtbar, gleichsam der kostbare Kristall im Inneren der großen Kugel. Diese Kugel hat einen Durchmesser von 25 cm und besteht aus massivem Glas, in das mit einem Laserstrahl die Konturen eines Diamanten eingeritzt sind. Dem Betrachter erscheint diese kleinere Kugel wie ein großer runder Kristall, in dem sich ein großer Diamant befindet. Wenn die Sonne darauf scheint, werden die Strahlen gebündelt und wieder weitergegeben. Ein Diamant ist ein so harter Stein, dass er sich nur durch einen anderen Diamanten schleifen lässt. Er ist ein durchsichtiger, reiner Edelstein.

Auf der polierten Schnittfläche der Granitkugel ist unterhalb der Kristallkugel folgende Inschrift zu lesen:

 

Brigitte Irrgang:

Zeichen der Hoffnung,

Zeugin des Glaubens,

Licht in unserer dunklen Welt.

 

Geboren am 10. Februar 1943 in Krickerhau (Slowakei),

vertrieben nach Vorpommern im Jahr 1946,

wohnhaft in Loitz seit 1949,

Schülerin der Diesterweg-Schule,

gewaltsamer Tod am 29. September 1954.

 

Mit ihrer Lebensfreude und liebenden Hilfsbereitschaft eroberte sie die Herzen der Loitzer.

Wir gewannen sie lieb in ihrer Klarheit, Schlichtheit und Innigkeit.

 

Das Ensemble wird abgerundet durch Bänke und Hocker aus poliertem Granit, die dem Spaziergänger Sitzgelegenheit bieten. Mit den Augen kann er dem Spiel der Sonne in der Kristallkugel folgen. Vor allem die Kinder der Diesterweg-Schule werden fasziniert das Spiel des Lichtes beobachten und vielleicht ihre ersten Lesekünste bei der Entzifferung der Inschrift ausprobieren.

Die Gedanken des Spaziergängers mögen weiterwandern, von der Inschrift zu der jungen und doch schon reichen Persönlichkeit Birgitta Irrgangs, zu ihrer fröhlichen Ausstrahlung und auch zu dem Glaubenszeugnis, das ihre tiefe Frömmigkeit, frohe Hilfsbereitschaft und klare, schlichte Lebensart im Tod besiegelte. Der Tod wird durch das LEBEN selbst - Leben aus dem Glauben - besiegt, Hoffnung strahlt zu uns herüber: zum Spaziergänger oder auch zu einem Pärchen, das sich zum Stelldichein getroffen hat.

Entwurf und Ausführung der Gedenkkugel und ihrer Anlage übernahm Steinmetz Joachim Feilhaber, Jarmen.

Eine Kugel als Denkmal